Tauschbörsen

Wie funktioniert das?

Typische Tauschbörsen funktionieren in zwei Richtungen:

1. Einerseits können Daten (Musik, Video, …) auf den eigenen Computer gedownloaded (heruntergeladen) werden und dort verarbeitet (abgespielt) werden.

2. Andererseits stellt die Software ebendiese Daten zum Download durch andere unbekannte Internetnutzer zur Verfügung. Dazu werden die Daten vom eigenen Computer upgeloaded (hochgeladen) und auf dem dem fremden Computer wieder heruntergeladen.

3. Vermutlich stammen auch die selbst nach (1) heruntergeladenen Inhalte von einem anderen beliebigen Computer aus dem Internet.

Was ist nun zu befürchten?

1. Keiner weiß, welche Dateien man wirklich herunterlädt, es könnten Viren oder ähnliches enthalten sein, welche sowohl den eigenen aber auch andere Rechner schädigen könnten.

2. Man benutzt unrechtmäßig heruntergeladene Daten. Der dadurch entstehende Schaden wird etwa beim Preis einer entsprechenden DVD (etwa 30 Euro) liegen. Dieser Betrag ruft wohl keinen Rechteinhaber oder Anwalt auf den Plan, aber in Ordnung ist das trotzdem nicht.

3. Man gestattet durch die Tauschbörse, dass eine unabsehbare Menge von anderen Personen die Dateien vom eigenen Computer zieht. Theoretisch kann das auch millionenfach geschehen. Deshalb ist der potentielle Schaden ungewiss. Hier greifen dann die Interessen der Rechteinhaber und Abmahnanwälte.

4. Die Schadenersatzforderungen liegen oft im einstelligen Tausenderbereich. Zusätzlich wird oft die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung verlangt. Ausdrücklich empfohlen wird in einem solchen Fall die Inanspruchnahme eines Fachanwaltes. Keinesfalls sollte man gar nichts tun! Bei finanziellen Engpässen geben die zuständigen Amtsgerichte Beratungsgutscheine aus.

5. Möglich wird das ganze, weil das Internet weltweit verfügbar ist. Da ein Gesetzesverstoß dieser Art an jedem Ort auftreten kann, kann auch jedes sachlich zuständige Gericht angerufen werden. In Deutschland ist das zumeist das Landgericht Köln.

Dieses Gericht erlässt regelmäßig Anordnungen, nach denen der Netzbetreiber (Telekom) verpflichtet wird, die Inhaberdaten des Anschlusses mit der protokollierten IP-Adresse herauszugeben. Damit kann dann der Anschlussinhaber in Anspruch genommen werden, sofern er die Inanspruchnahme nicht abwehren kann.

Enpfehlung

Viele Daten können legal, teilweise auch gebraucht, gekauft werden. Außerdem sollte man immer bedenken, dass durch die Produktion oft hohe Summen investiert wurden und Arbeitsplätze gesichert wurden.  Deshalb und vor dem Hintergrund der riskierten Strafen sollte man von der „Geiz ist geil“ Philosophie abrücken.

Belehren Sie Mitnutzer Ihres Internetanschlusses über die korrekte und von Ihnen gewünschte Nutzung. Erstellen Sie darüber ein Protokoll mit Datum und Unterschrift.

Innerhalb des Python Kurses wurden alle am 25.05.2018 anwesenden Teilnehmer über diese Gefahren aufgeklärt. Diese Aufklärung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Das ist keine Rechtsberatung sondern nur eine allgemeine Darstellung des Problems und kann eine qualifizierte Beratung keinesfalls ersetzen. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einen Vertreter der Rechtsanwaltschaft.